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Yoga is not about touching your toes. It is what you learn on the way down. (Jigar Gor)

Ich war immer eher ein ehrgeiziger Sportler. Ich mag es zu Joggen, schweißtreibende Workouts zu machen oder beim Functional Training im Park an meine Grenzen zu gehen. Mit dieser Einstellung habe ich auch die ersten Yoga Kurse besucht. Ich muss dazu sagen, dass ich von Natur aus nicht besonders flexibel bin, d.h. ich konnte die meisten Asanas nicht vollständig ausführen – und kann es bis heute nicht! Mit vollständig meine ich zB. den Skorpion, anfangs den Handstand, meine Beine hinter den Kopf legen, Spagat, meine Arme vollständig hinter meinem Rücken verschränken, usw.

Das hat mich zuerst ziemlich frustriert und ich wollte unbedingt schnell “besser” werden, sprich flexibler und kraftvoller. Das Gute an dieser Einstellung war, das es mich von Anfang an sehr häufig, fast täglich, ins Studio getrieben hat. Durch das intensive “Training” habe ich glücklicherweise recht schnell gemerkt, dass es überhaupt nicht darauf ankommt wie flexibel man ist und jeder diesen “Magic Spot”, also den Effekt an einer anderen Stelle der Asana wahrnimmt oder in einer modifizierten, einfacheren Version der Stellung.

Dies zu verinnerlichen gab meiner Praxis eine ganz neue Qualität. Ich spürte schnell die Wirkung, die Verbundenheit zu mir und den meditativen Effekt. Wenn ich meine Bänder weiterhin hartnäckig überdehnt hätte, wäre der Schmerz wohl das primäre Gefühl nach der Praxis gewesen. Zum einen wurde ich dadurch wesentlich genügsamer und auf der anderen Seite verstärkte sich die positive Auswirkung, da ich viel effektiver “yogierte”.

So habe ich für mich, auf meinem Level, tolle Erfolgserlebnisse gehabt und war gleichzeitig viel dankbarer für jede Yogastunde, in der ich wieder neues über mich gelernt habe. Mein erstes Breakthrough Erlebnis war der Kopfstand. Ich habe wirklich gedacht, das ich den niemals schaffen werde… und dann war es so einfach. Ich war so überglücklich und absolut erstaunt über mich! Solche Erfolge geben einem so viel zurück. Man erreicht kleine Ziele und ist auf einmal zu Dingen fähig, von denen man nur geträumt hat vorher!

Der Unterschied hier ist, das ich mir die Motivation nicht aus der körperlichen Leistung ziehe, sondern da ich mich mehr und mehr mit meinem Körper verbinde und den ganzheitlichen Effekt verstärken möchte. Mein “Warum” ist also ein anderes, als beim üblichen “Sport”. Auf diese Weise und mit dieser Einstellung gleichzeitig noch körperliche Fortschritte zu machen ist einfach doppelt schön! 

So bin ich in ganz liebevollen Kontakt mit mir selbst gekommen, was die Achtung, Liebe und das Vertrauen zu mir selbst und meinem Körper um das 1000-fache verstärkt hat – und das ist einfach wundervoll. ♥ Ich habe durch die Yogapraxis auch wieder Zugang zu meiner Intuition bekommen, was sich auf alle anderen Bereiche in meinem Leben ausgewirkt hat. Wie bei anderen kreativen Handlungen, zB. Malen, Tanzen, etc., reagiere ich auch beim Yoga teilweise völlig intuitiv und lasse mich in der Bewegung fallen und treiben. 2 Minuten in diesem Zustand sind erfüllender und erholsamer als 4 Stunden Schlaf und machen gleichzeitig wahnsinnig glücklich und zufrieden.

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